Rinninger ist oben angekommen

Bericht vom 08.02.2011 von Yannick Dillinger



Auf gut 2000 Metern Höhe warten Stahlbetonrohre aus Kißlegg darauf, für das Umleiten von Wasser am Silvrettasee eingebaut zu werden.

Gipfel: Rinninger ist oben angekommen

Kißlegger Beton-Experten liefern Rohre zum Silvrettasee auf 2030 Meter Höhe

 

KISSLEGG - Die Allgäuer Firma Rinninger Betonwaren ist ganz oben dabei - genau auf 2030 Meter Höhe. Anfang Dezember haben die Experten insgesamt 200 Meter Stahlbetongroßrohre von Kißlegg in die österreichischen Alpen transportiert: zur Staumauer am Silvrettasee. Ein luftiger Auftrag für Geschäftsführer Jörg Rinninger und seine Mitarbeiter.

 

Die Vorarlberger Illwerke AG führt seit 2009 und noch bis 2012 Erhaltungs- und Erneuerungsmaßnahmen an der Staumauer durch. Um nun einige Arbeiten an der Mauer direkt vorzunehmen, muss das Wasser aus dem See abgelassen werden. Doch wohin mit dem Nass? Der Stausee umfass immerhin eine Fläche von 1,31 Quadratkilometern. Schnell war klar: Eine Rohrleitung um das Baufeld muss her. "Die räumliche Nähe zur Baustelle war ein Pluspunkt für uns", weiß Jörg Rinninger. "Außerdem haben wir in den vergangenen Jahren schon einige Aufträge von den Illwerken erledigt." Der Partner wisse, dass er den Kißleggern vertrauen könne.

 

Fast unmögliches Bauprojekt

Vertrauen ist bei einem Mammutprojekt wie diesem aber auch nötig: Zu den umfangreichen Baumaßnahmen zählen unter anderem die Erneuerung der Staumauerkrone und die Montage einer Dichtfolie an der Wasserseite der Staumauer. Zusätzlich werden die Abdichtung im Gründungsbereich sowie die stählernen wasserbaulichen Absperrorgane und Einlaufrechen der Triebwasserführung und der Grundablässe erneuert. Darüber hinaus werden Erhaltungsmaßnahmen an der Luftseite der Staumauer druchgeführt und ein neues Einlaufbauwerk für die zukünftige Triebwasserführung errichtet.

Die Kißlegger bekamen den Auftrag. Die Illwerke AB bestellte 200 Meter Stahlbetongroßrohre. So weit, so gut. Doch wie sollten die auf über 2000 Meter Höhe transportiert werden? Jedes Teil misst immerhin drei Meter, auf jedes Transportfahrzeug passen derer drei. Noch dazu wollte der Auftraggeber einen Transport binnen drei Tagen. Und würden diese drei Faktoren den "Aufstieg" nicht schon schwierig genug machen, stellte sich außerdem heraus, dass die Hochalpenstraße für einen Transport solchen Ausmaßes schlichtweg zu eng ist. "Das hat uns schon vor Probleme gestellt", gibt Rinninger zu.

Doch statt im Dreieck zu springen, zauderten die Kißlegger nicht lange und verlegten ihre Route. Via Ischgl und Galtür ging's hoch ins Bergige. Drei Tage lang fuhren die Kißlegger "quasi rund um die Uhr", so Rinninger. Mit Erfolg: Die Lieferung kam einer Punktlandung gleich. "Mittlerweile wäre auch diese Strecke nicht mehr zu fahren", sagt der Geschäftsführer erleichtert.

Auf 2030 Meter Höhe warten die Kißlegger Stahlbetongroßrohre nun auf ihren Einsatz. Ende Februar soll sie die Firma Jäger Bau einbauen. Je nach Witterung verbleiben die Rohre nach Beendigung der Bauarbeiten an Ort und Stelle oder werden vor Inbetriebnahme des Speichers teilweise wieder ausgebaut. Jörg Rinninger und seine Mitarbeiter wären sicher nicht unfroh, wenn die Rohre nicht zurück nach Kißlegg müssten.


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