Brandgefahr im Kanal

Der Werkstoff Beton ist dauerhaft, dicht und nicht brennbar

Feuerwehrmänner löschen einen Brand. Foto: FBS

Ohne funktionierende Kanalisation ist unsere heutige moderne Industrie-Gesellschaft nicht vorstellbar. Man geht grundsätzlich davon aus, dass die eingeleiteten Abwässer mit all den darin befindlichen Stoffen vom Entstehungsort bis zur Kläranlage durch die Kanalrohre sicher abgeleitet werden. Dies stellt hohe  Anforderungen an die dabei verwendeten Rohrmaterialien. Da diese unterirdisch verlegt sind, müssen sie zu allererst tragfähig sein. Das bedeutet, dass sie Verkehrslasten, Erddruck, Auftrieb durch Grundwasser, aber auch gegebenenfalls aus einem inneren Überdruck bei einer Überstauung des Kanals, dauerhaft aushalten müssen.

Hohe Anforderungen an Abwasserkanäle und –leitungen
Die Rohre müssen dicht sein, damit einerseits kein Abwasser in den Untergrund oder ins Grundwasser austritt und andererseits das Grundwasser nicht in den Kanal einströmt und mit in der Kläranlage behandelt werden muss. Die Kanalrohre müssen außerdem so robust sein, dass sie sowohl die abreibende Beanspruchung durch feste Bestandteile, wie Sand, Kies, Geröll und anderes, als auch die hohen Beanspruchungen durch eine mechanische oder eine Hochdruck-Reinigung  dauerhaft aushalten. Die für eine Kanalisation einzusetzenden Werkstoffe sollen dauerhaft sein, damit sie lange genutzt werden können, ohne dass sie Schaden nehmen und frühzeitig ausgetauscht werden müssen. Dies ist in der Konsequenz eine Frage der Wirtschaftlichkeit. Denn wenn die Kanäle sehr lange genutzt werden können, sinken somit auch die von jedem Bürger zu zahlenden Abwassergebühren. Der Rohrwerkstoff muss so gewählt werden, dass die in den Kanal eingeleiteten Stoffe problemlos bis zur Kläranlage transportiert werden können, ohne dass dieser Schaden nimmt. Für alle diese Arten von Beanspruchungen gibt es entsprechende Vorgaben, die im Laufe der Jahre und Jahrzehnte dazu beigetragen haben, unsere Abwasserkanäle sicher, funktionsfähig und dauerhaft zu gestalten. So müssen die Rohre statisch berechnet werden. Die Rohre und deren Verbindungen werden umfassenden Dichtheitsprüfungen unterzogen. Viele der Werkstoffe sind so robust, dass sie den Abrieb sowie die Beanspruchung durch die Hochdruckreinigung mit weit über 100 bis 150 bar aushalten können. Die heute im Bestand der öffentlichen Kanalisation hauptsächlich befindlichen Werkstoffe Beton und Stahlbeton sowie Steinzeug haben ihre Langlebigkeit bewiesen. Sie werden seit Beginn der modernen Kanalisation, Anfang des 19. Jahrhunderts eingesetzt und etliche dieser Kanäle sind noch heute in Betrieb.

Kanalrohrbrand in Lüdenscheid am 08. April 2013
Die heutigen Rohrwerkstoffe können die üblichen kommunalen Abwässer dauerhaft ableiten. Gewerbe- und Industrieabwässer müssen entsprechend vorgereinigt werden, damit im Kanal kein Schaden entsteht. Die Rohre müssen auch heiße Abwässer mit bis zu 95°C an den Einleitungsstellen aushalten. Was aber passiert, wenn die Grenzen der Nutzung überschritten werden, zum Beispiel durch einen Unfall oder eine Havarie? Es hat sich bei einem am 08.04.2013 in Lüdenscheid stattgefundenen Brand eines LKWs gezeigt, dass die Grenzen eines Kanalrohr-Werkstoffes schnell erreicht werden können. Bei diesem Brand ist aus dem Tank des LKW brennender Diesel in die Kanalisation gelaufen und hat den Kanal, der aus Glasfaserverstärktem Kunststoff bestand, in Brand gesetzt, wobei sich zusätzlich giftiger Qualm gebildet hat, der aus dem Kanal hochstieg. Hierdurch ist nicht nur der Kanal auf einer Länge von mehr als 70m durch den Brand sehr stark in Mitleidenschaft gezogen worden, sondern es mussten auch über 65 Personen ärztlich versorgt werden. Man kann von Glück sagen, dass nur eine Tankfüllung Diesel in den Kanal gelaufen ist und ihn dort in Brand gesetzt hat.

Leitfaden zur Rohrwerkstoffauswahl
Die Werkstoffauswahl sollte für besonders kritische Bereiche neu hinterfragt werden. Als im brandtechnischen Sinne kritische Bereiche sind insbesondere Autobahnen, Straßentunnel, Flughäfen sowie Umladestationen, zum Beispiel in Häfen und von der Bahn. Hier besteht permanent die latente Gefahr einer Havarie oder eines Unfalls verbunden mit dem Auslaufen brennbarer Flüssigkeiten. Die Tageszeitungen berichten immer wieder über solche Situationen. Für solche Bereiche müsste die Forderung erhoben und aber auch festgeschrieben werden, dass nur noch „nicht brennbare Rohrwerkstoffe“ verwendet werden dürfen, zum Schutz der Menschen und der Umwelt. Hier zeigen sich insbesondere die Stärken von Rohren und Schächten aus Beton und Stahlbeton. Neben der mit einem hohem Maß an Sicherheiten bewiesenen Erfüllung all der schon genannten mechanischen Anforderungen und der langen Nutzungsdauer von über hundert Jahren bei fachgerechtem Einbau und Betrieb ist langläufig bekannt, dass der Werkstoff Beton nicht brennt. Er übersteht somit einen Brand im Inneren des Kanals und es können auch aus dem Beton selbst keine giftigen und somit gesundheitsgefährdenden Stoffe freigesetzt werden, im Gegensatz zu praktisch allen Kunststoffen, zu denen Regierungsbranddirektor Schröder vom Institut der Feuerwehr NRW in Münster beim Brand in Lüdenscheid sagte: „ Alles, was aus Kunststoff besteht, ist eben brennbar.“ Weitere Informationen finden Sie unter www.fbsrohre.de .

Quelle: www.fbsrohre.de/